Ig- Nobelpreis

Didgeridoo spielen hilft gegen Schnarchen: Für diese Erkenntnis durfte UZH- Forscher Milo Puhan den prestigeträchtigen Ig- Nobelpreis in Empfang nehmen.

 

Wenige Wochen vor den <<echten>> Nobelpreisen wurde an der Universität Harvard der Ig- Nobelpreis in zehn Disziplinen verliehen. Wichtigstes Kriterium: Die wissenschaftliche Arbeit muss zuerst zu Lachen und dann zum Nachdenken anregen.

 

Milo Puhan von der Universität Zürich (UZH) hat dies geschafft. Der Preis wurde dem Professor für Epidemiologie und Public Health an der UZH für seine Studien verliehen, wonach Didgeridoo- Spielen gegen Schnarchen hilft.

 

Weniger müde - weniger gestresste Partnerinnen

Puhan und Otto Brädli von der Züricher Höhenklinik Wald konnten in einer im <British Medical Jornal> publizierten Studie zeigen, dass regelmäßiges Spielen auf dem Instrument der Aborigines gegen krankhaftes Schnarchen wirkt.

 

Nach viermonatigem Spielen waren die Didgeridoo- Spieler am Tag signifikant weniger müde als die Teilnehmer in der Kontrollgruppe. In den Schlafuntersuchungen zeigte sich auch objektiv ein vermindertes Schlafapnoe- Syndrom. Zusätzlich fühlten sich die Partnerinen und Partner der Studienteilnehmer deutlich weniger in ihrem Schlaft gestört, wie in der Mitteilung weiter steht.

 

Didgeridoo trainiert Muskeln der Atemwege

Bei Patienten mit einem Schlafapnoe- Syndrom seien die Muskeln, welche die oberen Atemwege offen halten, schwächer ausgebildet. Beim Didgeridoo spielen wird laut der Analyse genau diese Muskulatur dank der speziellen Atemtechnik stark beansprucht und trainiert.

 

Auf die Idee zu dieser Studie hatte die Forscher ein Didgeridoo- Lehrer gebracht, der nach mehrmonatigem Spielen weniger schnarchte und tagsüber weniger müde war. "Unsere Studie hat auch gezeigt, dass man für Beobachtungen im Alltag offen sein sollte, da sich dahinter eine Entdeckung verbergen kann", sagt Milo Puhan. Der Ig- Nobelpreis belohne nun die Kombination aus Neugier und Risiko, so der Forscher.

 

Was ist der Ig- Nobelpreis

Er steht für "ignobel", d.h. unwürdig, schmachvoll, schändlich, und wird für kuriose, aber seriös durchgeführte Forschungsarbeiten vergeben. Er soll fantasievolle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ehren und zum Lachen und Denken anregen. Vergeben wird der Preis von der in Cambridge (USA) erscheinenden Zeitschrift "Annals of Improbable Research".