Ein Didgeridoo besteht lediglich aus einem Rohr das keine Grifflöcher oder Ventile besitzt. Mundstück, Mittelteil und die Bell sind die Kernelemente. Die Materialien, aus dem ein Didge bestehen kann sind sehr vielfälltig. Das traditionelle Didge besteht aus Eukalyptus und wird von einer Termitenart, die so nur in Australien vorkommt, ausgehöhlt. Somit wäre die Hauptarbeit schon erledigt. Jetzt muss der Spieler einen geeigneten Stamm finden, der gefällt und auf die gewünschte Länge zugeschnitten wird. Die losen Holzteile die noch im Stamminneren herumgammeln werden herausgeschüttelt oder mit einem Ast oder einer Metallstange heraus gestoßen. Manchmal werden sie auch ausgebrannt. Als Mundstück wird ein Stück Bienenwachs auf das Holz aufgeknetet und an die Lippen des Spielers angepasst. Das Austrittsende des Rohres wird mit einem geeigneten Werkzeug zu einer "Bell" konisch aufgeweitet. Das verleiht dem Instrument einen satten Sound. Jetzt kommt es noch darauf an, zu welcher Gelegenheit das Didge gespielt werden soll. Dementsprechend fällt die Bemahlung aus. "Dodpaint" und "Crosspaint" sind die zwei häufigsten, traditionellen Maltechniken der Aborigines. Als Motiv muss gelegentlich ein Familiensymbol herhalten.

In der westlichen Kultur werden neben dem oben genannten Holz auch immer mehr heimische Holzarten verwendet. Das Holz sollte genügend hart sein und nicht zu Rissbildung neigen. Ahorn, Buche, Esche, Eiche und alle Obstbäume sind gut zu verwenden. Da unsere Ameisen andere Gewohnheiten haben als Baumstämme auszuhöhlen, werden die Instrumente auf eine andere Art hohl gemacht. Wir machen es wie bei einem Sandwich. Der Rohling wird der Länge nach aufgesägt, darauf hin werden die beiden Hälften  nach Wunsch ausgearbeitet, und wieder zusammen geleimt - fertig. Beinahe, denn für das Mundstück und die Außenhaut muss schon noch etwas Zeit und Arbeit inverstiert werden. Ein Didgeridoo muss auch schön sein! Hier sind wir an einem Punkt, da scheiden sich die Geister. Natürlich ist eine traditionelle Bemahlung etwas sehr schönes. Traditionell hat jedoch sehr stark mit Tradition zu tun, meine Tradition ist sie nicht. Somit lass ich das mit dem Dotpaint auch bleiben. Die meisten traditionell bemalten Didgeridoos die auf dem westlichen Markt zu haben sind, sind in Australien gewachsen. Nachdem sie gefällt sind machen sie eine Reise nach Asien. Dort werden sie zu tausenden bemalt und dann auf den westlichen Markt gebracht. Willst du unbedingt ein Didge mit einer traditionellen Bemalung, musst du dich genau vergewissern wer der Künstler ist. Für solch ein Instrument musst du allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen, ist ja auch logisch.

 

Beim Entfernen der Rinde achte ich sehr darauf, dass die Formen und Eigenarten des Holzes erhalten bleiben. Das erfordert viel Liebe zum Detail und kann sehr aufwändig sein. Danach wird meine Didge lediglich farblos lackiert. Der Lack soll vor Verschmutzung schützen.

Die Innenflächen werden selbstverständlich auch noch behandelt. Sie müssen der ständigen Feuchtigkeit der Atemluft standhalten. Die Außenansicht wird je nach Geschmack gestaltet.

Neben Holz als Werkstoff werden auch viele andere Materialien verwendet. Hier eine grobe Übersicht.

GFK - Glas - Hanf - Agave - Keramik - Bleche - PVC- Rohre - Metall. Das sind nur die Werkstoffe, die mir soffort in den Sinn kommen. Es gibt kaum Grenzen. Der Unterschied zwischen "Bleche" und "Metall" ist, dass Bleche konisch ausgeformt werden können und die Metall- Rohre zylindrisch (meist industriell) hergestellt werden.

Ist der Didgerohling ein gerader Stab, so kann er auch ausgebohrt werden. Das erfordert jedoch ein umfangreiches Sortiment an Bohrern und Werkzeugen. Sie müssen entsprechend lang sein.

Bambus ist auch ein häufig verwendetes Material. Die Instrumente sind recht günstig. Aber Vorsicht, Bambus ist ein zweilagiges Holz und hat daher eine hohe Neigung zu Rissbildung! Der Vorteil von Bambus, es müssen nur die Zwischenböden durchstoßen werden, schon kann darauf gespielt werden.

Didgeridoos aus GFK oder Hanf werden in speziellen Formen oder um Kerne herum gewickelt. Hierbei können beinahe gleiche Didge in Serie hergestellt werden. Trotzdem gilt auch hier, dass jedes Didge ein "Unikat" darstellt. Dies gilt besonders bei der Herstellung von Holzinstrumenten von hand. So wie es keine zwei identischen Spieler gibt, verhält es sich auch bei den Instrumenten. Spieler und Didge bilden ein Team und sind absolut einmalig auf dieser Welt.